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27 | 04 | 2017
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Geschrieben von: SL   
Mittwoch, den 24. Februar 2016 um 00:00 Uhr
Junger Kolumbianer in Stadtroda: Neugierig auf die deutsche Lebensweise

Junger Kolumbianer Juan Jose Patino del Castillo lernt seit 8. Februar für ein halbes Jahr am Stadtrodaer
Pestalozzi-Gymnasium. Er mag unter anderem Fremdsprachen und spricht fast perfekt Deutsch.

Juan Jose Patino del Castillo (15), Schüler aus Kolumbien, besucht seit Februar das Stadtrodaer Pestalozzi-Gymnasium und nimmt am Unterricht der 9. Klasse teil. Foto: Andreas Schott



Juan Jose kommt aus Bogota, der Hauptstadt von Kolumbien, die auf einer fruchtbaren Hochebene der Anden rund
2600 Meter über dem Meeresspiegel liegt. In der südamerikanischen Metropole leben rund acht Millionen Einwohner.
„Ja, die Region hier ist ein bisschen kleiner“, stellt er schmunzelnd fest.
Während seines halbjährigen Aufenthaltes wohnt er bei Familie Landsmann in Ruttersdorf. Er sei herzlich
aufgenommen worden und fühle sich wohl, sagt er. Gleiches gelte für das Stadtrodaer Gymnasium. Hier lerne er in
einer neunten Klasse und verstehe sich sehr gut mit seinen Mitschülern.
In Bogota besucht der sportinteressierte 15-Jährige eine deutsche Schule, in der Schüler von der ersten bis zur
zwölften Klasse lernen. Unterrichtet werden alle Fächer, außer Geschichte und Geografie, in deutscher Sprache von
deutschen Lehrern. Die Schule besucht der Kolumbianer, weil auch sein Vater schon die Schule besucht habe, erzählt
er.
Der Schultag für Juan Jose in Kolumbien ist lang. Morgens um 5.20 Uhr muss er aufstehen, dann wartet eine 70-minütige
Busfahrt zur Schule auf ihn. Ab 7.20 Uhr bis 15 Uhr dauert bis donnerstags der Unterricht. „Ich bin dann erst gegen
18.30 Uhr wieder zu Hause bei meinen Eltern und meinen beiden jüngeren Schwestern. Lediglich am Freitag ist bereits
um 13 Uhr Schulschluss.“ Regelmäßig halte er über soziale Medien per Whats App oder beim Skypen Kontakt zu
seinen Eltern.
In seiner vorübergehenden Gastheimat Stadtroda sei daher schulseitig mit dem Beginn um 7.40 Uhr und einem
Schulschluss gegen 14.30 Uhr für ihn alles etwas entspannter. Den kurzen Weg von Ruttersdorf meistert er mit dem
Bus, wenn es wärmer sei, werde er die Strecke mit dem Fahrrad zurücklegen, kündigt er an.
Neben der deutschen Sprache spricht er auch Englisch und nimmt in Stadtroda am Französisch-Unterricht teil.
Vorgenommen hat er sich, in Stadtroda am Volleyballtraining teilzunehmen. Zudem betreibt er gern Leichtathletik,
spielt Fußball und fotografiert.
Für Schulleiterin Steffi Xylander ist der junge Kolumbianer in seinem Auftreten eine Bereicherung. So könne er in
Unterrichtsfächern einbezogen werden und unter anderem über Kultur und die Geschichte seines Landes berichten.
„Schon zum Tag der offenen Tür am vergangenen Sonnabend hat er Besuchern der Schule Informationen über sein Land
gegeben. Das hat er ganz gut gemacht“, freut sie sich.
Mit dem europäischen Wetter kommt Juan Jose übrigens gut zurecht. Auch wenn es in Bogota das ganze Jahr über
Tagestemperaturen durchschnittlich 21 Grad Celsius gebe. Daher kenne er auch keinen Schnee und hat am Montag den
Flockenwirbel mit Begeisterung verfolgt.
Nach seinem Abitur will Juan Jose unbedingt in Deutschland studieren. „Architektur oder Jura, das ist noch offen“, sagt er.
Andreas Schott / 24.02.16 / OTZ
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Zuletzt aktualisiert am Freitag, den 26. Februar 2016 um 16:24 Uhr